Über die Allianz

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist ein Zusammenschluss der bedeutendsten Wissenschafts- und Forschungsorganisationen in Deutschland. Sie nimmt regelmäßig zu Fragen der Wissenschaftspolitik, Forschungsförderung und strukturellen Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems Stellung.

Was ist die Allianz der Wissenschaftsorganisationen?

Die der Allianz angehörenden Organisationen haben im Wissenschaftssystem unterschiedliche Rollen, sie ist deswegen eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen den Organisationen. Sie veröffentlicht zudem gemeinsame Positionierungen in den Fällen, bei denen die Wissenschaft als Ganzes betroffen ist und wissenschaftspolitisch mit einer Stimme gesprochen werden muss.

Die Allianz bedient sich hierzu unterschiedlicher Handlungsformen. Dazu zählen insbesondere Stellungnahmen und Pressemitteilungen sowie offene Briefe an die Bundespolitik.

Weiterhin finanziert die Allianz gemeinsam getragene Initiativen, wie beispielsweise die Initiative „Tierversuche verstehen“. Darüber hinaus richtet die Allianz regelmäßig Arbeitsgruppen ein, die sich vertieft mit Fragen und Herausforderungen des Wissenschaftssystems auseinandersetzen, z.B. zu Themen wie dem Publikationswesen, der Wissenschaftskommunikation, oder Forschungsinfrastrukturen.

Entstehung und Entwicklung der Allianz der Wissenschaftsorganisationen

Die Ursprünge der Allianz liegen in den 1950er Jahren, als die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die damalige Westdeutsche Rektorenkonferenz (heute Hochschulrektorenkonferenz) und die Max-Planck-Gesellschaft in unregelmäßigen Abständen Gespräche zu aktuellen wissenschaftspolitischen Themen führten. Zu Beginn des Jahres 1962 wurde dieser Kreis um den Wissenschaftsrat erweitert. In der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts verfestigte sich die Selbstbezeichnung als Allianz. In den 1980er Jahren erweiterte sich die Allianz um die Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen (heute Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren) und die Fraunhofer-Gesellschaft. Im Jahr 1998 wurde die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen, 2007 kamen die Alexander von Humboldt-Stiftung und der Deutsche Akademische Austauschdienst hinzu. Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina wurde 2008 nach ihrer Ernennung zur Nationalen Akademie der Wissenschaften als jüngstes Mitglied in die Allianz aufgenommen. Diese zehn Organisationen stellen bis heute die Mitglieder der Allianz dar.

Die organisatorische Sprecherrolle wechselt jedes Jahr zu einer anderen Mitgliedsorganisation. Für das Jahr 2022 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft die Sprecherrolle übernommen.

Weitere Informationen zur historischen Entwicklung und Rolle der Allianz der Wissenschaftsorganisationen in der deutschen Wissenschaftslandschaft und -politik finden sich im Forschungsprojekt „Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen: Korporatismus in der bundesdeutschen Forschung zwischen Kooperation und Konkurrenz“.