Pressemitteilung 1. Juli 2026

Danziger Erklärung: Allianz der Wissenschaftsorganisationen setzt auf Bildung, Wissenschaft und Technologie

URL in Zwischenablage kopiert

Im Rahmen der Ukraine-Wiederaufbaukonferenz in Danzig hat die Internationale Koalition für Wissenschaft, Forschung und Innovation in der Ukraine am 26. Juni 2026 die „Danziger Erklärung“ verabschiedet. Die Koalition umfasst Staaten, internationale Organisationen wie die EU und die UNESCO sowie Akteure aus dem Bildungs-, Forschungs- und Innovationssektor – darunter die Allianz der Wissenschaftsorganisationen als größten Wissenschaftsakteur.

In der Erklärung unterstreichen die Mitglieder der Koalition die zentrale Rolle von Bildung, Wissenschaft und Technologie für den Wiederaufbau und die Modernisierung der Ukraine sowie für ihren Weg in die Europäische Union. Durch die Mitunterzeichnung bekräftigt die Allianz ihre Solidarität mit den ukrainischen Partnerorganisationen und mahnt zugleich eine gemeinsame, entschlossene Stärkung dieses für die Entwicklung der Ukraine wesentlichen Sektors an.

„Nationale Regierungen, die Europäische Kommission, Industrie und Geldgeber, aber auch wissenschaftliche Einrichtungen, Innovatoren und Startups sind aufgerufen, noch enger zusammenzuarbeiten, um das Wissenssystem der Ukraine – Hochschulbildung, Forschung, Innovation, Technologieentwicklung und Transfer – als Motor eines nachhaltigen und zukunftsorientierten Wiederaufbaus zu stärken und zu nutzen“, betont Professor Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz und aktueller Sprecher der Allianz der Wissenschaftsorganisationen. „Es müssen nicht nur kriegsbedingte und infrastrukturelle Herausforderungen bewältigt, sondern auch Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und institutionelle Reformen insgesamt vorangebracht werden. Die Förderung der Leistungskraft der ukrainischen Bevölkerung ist dabei besonders wichtig – zuhause und im Ausland.“

Ein wichtiges Anliegen der internationalen Koalition ist die Sicherung zusätzlicher Fördermittel für die Modernisierung der ukrainischen Wissenschaftslandschaft in enger Kooperation mit deutschen Einrichtungen. Dies betrifft sowohl Grundlagenforschung und Großforschungsinfrastrukturen wie das deutsch-schweizerisch-ukrainisch-polnische Beamline-Projekt MAVKA als auch angewandte Forschung und Wissenstransfer, die Exzellenzförderung in der Forschung, die ukrainische akademische Diaspora in Deutschland, die rund 400 deutsch-ukrainischen Hochschulkooperationen und nicht zuletzt die Kapazitätsentwicklung in der Wissenschaftspolitik, im Wissenschaftsmanagement und in der Wissenschaftsdiplomatie.

Die Partnerorganisationen der Koalition sehen erhebliches Potenzial in Bereichen wie Energie, Ressourcenökonomie, Stadt- und Regionalentwicklung, Gesundheitswesen und Wissensökonomie sowie Resilienz und Verteidigung gegen konventionelle und hybride Bedrohungen. Politische und Investitionsentscheidungen sollen daher so ausgerichtet werden, dass Finanzmittel strategisch eingesetzt, Schlüsseltechnologien identifiziert und wissenschaftliche Expertise systematisch in politische Entscheidungen eingebunden werden.

 

Weitere Informationen (in englischer Sprache)
„Danziger Erklärung“
Internationale Koalition für Wissenschaft, Forschung und Innovation in der Ukraine

 

Fachliche Ansprechpartner
Lucian Brujan, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
lucian.brujan@leopoldina.org
Welf Zöller, Fraunhofer-Gesellschaft
welf.zoeller@zv.fraunhofer.de

_______________________
Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist ein Zusammenschluss der bedeutendsten Wissenschaftsorganisationen in Deutschland. Sie nimmt regelmäßig Stellung zu wichtigen Fragen der Wissenschaftspolitik. Die Hochschulrektorenkonferenz ist Mitglied der Allianz und hat für 2026 die Sprecherrolle übernommen. Weitere Mitglieder sind die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Max-Planck-Gesellschaft und der Wissenschaftsrat.

Medienkontakt
Dr. Christoph Hilgert
Leiter des Arbeitsbereichs Kommunikation und Pressesprecher
Hochschulrektorenkonferenz (HRK)
Leipziger Platz 11
10117 Berlin
Tel.: +49 30 206292-224
presse@hrk.de
www.hrk.de

Weitere Themen & Stellungnahmen